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 Kinderkrankheiten
siebenkindermama Offline

Kleinkind


Beiträge: 185

16.02.2009 16:50
Mumps Antworten

Mumps oder Ziegenpeter ist eine ansteckende Krankheit, die durch das Mumpsvirus hervorgerufen wird und durch geschwollene Ohrspeicheldrüsen gekennzeichnet ist. Ziegenpeter ist weltweit verbreitet. In ungeimpften Bevölkerungsgruppen sind vor allem das Kindes- und das Jugendalter betroffen. Diese Infektion kommt während des ganzen Jahres, jedoch häufiger im Winter und Frühjahr vor.

Ohne Schutzimpfung ist alle 2-5 Jahre mit Ausbrüchen zu rechnen. Da Mumps eine relativ harmlose Krankheit ist, wird in vielen Entwicklungsländern aus Kostengründen nicht dagegen geimpft. In den alten Bundesländern wird die Schutzimpfung seit 1980 und in den neuen Bundesländern seit 1991 durchgeführt. Seitdem sind in Deutschland die Erkrankungen erheblich zurückgegangen. Im Jahr 1998 wurden weniger als 2 Erkrankungen pro 100.000 Einwohner gemeldet.


Wie wird Mumps übertragen?
Die Krankheit wird durch Tröpfcheninfektion oder durch Gegenstände, die mit infiziertem Speichel in Berührung gekommen sind (Kontaktinfektion), übertragen.


Wie lange dauert es von der Ansteckung bis zum Ausbruch der Krankheit?
Die Inkubationszeit beträgt 14-21 Tage.


Wann besteht Ansteckungsgefahr?
Sechs Tage vor bis 9 Tage nach dem Auftreten der charakteristischen Schwellung der Ohrspeicheldrüse ist der Erkrankte ansteckend. Selbst Infizierte, die nicht offensichtlich krank wirken (was bei 20-40% der Fall ist), sind ansteckungsfähig.


Wie kann eine typische Mumpserkrankung erkannt werden?
Die Erkrankung beginnt mit einem Vorläufer- bzw. Prodromalstadium von 3-4 Tagen mit grippeähnlichen Symptomen (Fieberanstieg, Kopf- und Gliederschmerzen, Unwohlsein).

Bald entstehen Ohrenschmerzen, bedingt durch eine einseitige oder beidseitige schmerzhafte Schwellung der Ohrspeicheldrüsen. Die Schwellung nimmt über 2-3 Tage erheblich zu, und es entstehen die typischen "Hamsterbacken" mit Anhebung der Ohrläppchen. Meistens erfolgt die Schwellung der beiden Ohrspeicheldrüsen nicht synchron; zirka ein Viertel der Erkrankten hat lediglich eine einseitige Schwellung. Bei 10% ist eine zusätzliche Speicheldrüse geschwollen. Eine Mundschleimhautentzündung an der Mündungsstelle des Ausführungsganges der Ohrspeicheldrüse kann entstehen. Aufgrund der Schwellung der Ohrspeicheldrüsen können Sprach- oder Kauschwierigkeiten auftreten. Einnahme von säurehaltiger Nahrung oder Flüssigkeit verschlimmert die Schmerzen.

Wenn die Schwellung ihren Höhepunkt erreicht hat, beginnt das Fieber zu sinken, die Schmerzen lassen nach, und das Kind fühlt sich besser. Im Laufe der nächsten Woche geht die Schwellung zurück.


Mit welchen Komplikationen kann man rechnen?
Zwischen 1 und 10% der Mumpserkrankten mit geschwollenen Ohrspeicheldrüsen entwickeln eine Hirnhautentzündung (Meningitis). Bei zirka 50% der Infizierten sind die Ohrspeicheldrüsen jedoch nicht geschwollen; in diesen Fällen lässt sich eine Mumpsinfektion nur labordiagnostisch nachweisen. Es kann in seltenen Fällen zu einer Gehirnentzündung kommen, die bei Erwachsenen tödlich ausgehen kann. Bei jungen Erwachsenen können vorübergehende Hörschwierigkeiten auftreten. Sehr selten bleibt eine meist einseitige Schwerhörigkeit zurück. 25% aller erwachsenen Männer mit Mumps entwickeln eine Hodenentzündung. Diese führt eher selten zur Zeugungsunfähigkeit. Bei 5% aller an Mumps erkrankten erwachsenen Frauen kommt es zu einer Eierstockentzündung. Eine weitere nennenswerte Komplikation ist die Bauchspeicheldrüsenentzündung.


Wann sollte ein Arzt aufgesucht werden?

* Wenn die Möglichkeit einer Komplikation besteht, z.B. bei Nackensteifheit, Erbrechen, Kopfschmerzen, Bewusstseinsstörungen, Krampfanfällen oder Hodenschmerzen (bei Jungen ab der Pubertät).
* Wenn es zu einer Ohrspeicheldrüsenschwellung bei geimpften Personen kommt (dann liegt höchstwahrscheinlich eine andere Ursache als Mumps vor).


Was können Eltern zu Hause für ihr krankes Kind tun?

* Der Kontakt zu ungeimpften oder immungeschwächten Personen muss gemieden werden. Bis zum Abklingen der Symptome darf das Kind weder die Schule noch irgendeine andere Gemeinschaftseinrichtung besuchen. Frühestens 9 Tage nach Auftreten der Schwellung kann das Kind wieder in die Schule gehen.
* Einige symptomlindernde Maßnahmen für die Erkältung (siehe Kapitel Husten, Schnupfen, Halsschmerzen) treffen auch auf Kinder mit Mumps zu. Wichtig sind fiebersenkende und schmerzstillende Medikamente sowie genügend Flüssigkeitseinnahme.
* Kühlung der Ohrspeicheldrüsen lindert den Schmerz.
* Die Einnahme von säurehaltiger Nahrung oder Flüssigkeit sollte vermieden werden, sie könnte die Schmerzen verschlimmern. Breiige Nahrung macht das Kauen erträglicher.


Wie kann Mumps verhindert werden?
Die oben erwähnte MMR-Vakzine wird zwischen dem 11. und 14. und wieder zwischen dem 15. und 23. Monat gegeben. Der Impfstoff ist gut verträglich. Die einzig nennenswerte Nebenwirkung ist eine leichte Schwellung der Ohrspeicheldrüse kurz nach dem Spritzen.


Kann auch später geimpft werden?

* Sollte ein Kind im oben angegebenen Alter nicht geimpft worden sein, so kann dies jederzeit nachgeholt werden.
* Für empfängliche Personen, die mit einem an Mumps Erkrankten in Berührung gekommen sind, kann der Krankheitsausbruch durch unverzügliche Impfung (d.h. innerhalb von 3 Tagen nach dem Kontakt) verhindert werden. Bei lediglich einmaliger Impfung wird die 2. Dosis nachgegeben. Allerdings werden empfängliche Personen in der Regel nur bei der Bekämpfung von Ausbrüchen geimpft.

---Alex---

* in der Ruhe liegt die Kraft *

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