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 Kinderkrankheiten
siebenkindermama Offline

Kleinkind


Beiträge: 185

16.02.2009 18:09
Pseudokrupp Antworten

Der Pseudo- oder Infektkrupp (Laryngitis subglottica) ist eine meist bei Kindern durch Virusinfektion ausgelöste Kehlkopfentzündung, durch die die oberen Atemwege eingeengt werden.

Hauptsymptome sind neben Erkältungszeichen ein vor allem nachts auftretender bellender Husten, Heiserkeit und Atemnot mit pfeifendem Atemgeräusch bei der Einatmung. In der Regel ist der Verlauf mild und bessert sich durch einfache Maßnahmen wie Frischluftzufuhr und Beruhigung des Kinds. In den seltenen schweren Fällen kann es jedoch zu bedrohlicher Atemnot kommen.

Die weitere Therapie reicht von der Verabreichung von Kortikoidpräparaten (meist Zäpfchen), Beruhigungsmitteln, Sauerstoffgabe und Adrenalininhalation bis hin zur Beatmung. Die Prognose ist bei entsprechender Behandlung gut. Ähnliche Symptome macht die Epiglottitis, die in der Regel lebensbedrohlich ist und rasches ärztliches Handeln erfordert.

Der Pseudokrupp (Laryngitis subglottica) – auch als Infektkrupp bezeichnet – ist eine durch Viren verursachte Erkältungskrankheit. Durch Schleimhautschwellungen und Muskelspasmus im unteren Kehlkopfausgang und oberen Luftröhrenbereich entsteht eine Enge, die zu bellendem Husten und Atemnot führt.

Der Begriff Pseudokrupp setzt sich aus dem griechischen "pseudo" für "unecht" und dem englischen Wort "croup" für eine bei der Diphtherie auftretenden Kehlkopfentzündung zusammen.
Häufigkeit

Der Pseudokrupp betrifft in erster Linie Kinder im Alter von neun Monaten bis viereinhalb Jahren, bei denen der Bereich um den Kehlkopf noch recht eng ist. Er tritt überwiegend in der kalten Jahreszeit auf. Etwa 15 Prozent der Kinder dieser Altersgruppe erkranken daran. Die Häufigkeit ist in Gegenden mit starker Luftverschmutzung höher.

Beim Pseudokrupp (Laryngitis subglottica) handelt es sich um eine Virusinfektion, die am häufigsten durch Parainfluenza-Viren (50 Prozent der Fälle), seltener durch Influenza-, Rhino-, RS-, Adeno- oder Masern-Viren ausgelöst wird. Die Übertragung dieser Viren erfolgt durch Tröpfcheninfektion, also durch Husten, Niesen oder engen Kontakt mit Erkrankten. Begünstigende Faktoren sind Luft- und Innenraumverschmutzung (durch Zigarettenrauch) sowie vorhandene Allergien. Die Erreger sind an der Luft höchstens wenige Stunden infektiös. Eine Übertragung durch Kleidung oder Spielzeug ist daher in der Regel auszuschließen.

Formen des Krupp-Syndroms können auch rein allergisch bedingte, bellende Hustenanfälle ("spastischer Krupp") oder bakterielle sein (z.B. durch die Bakterien Staphylococcus aureus oder Pneumokokken).

Sind bereits Erkältungssymptome wie Husten, Schnupfen und Fieber vorhanden, kommt es beim Pseudokrupp (Laryngitis subglottica) typischerweise abends oder nachts zu trockenem und bellendem Husten. Den charakteristischen Husten begleiten Heiserkeit und Atemnot mit pfeifenden Geräuschen bei der Einatmung (inspiratorischer Stridor), die in manchen Fällen ein bedrohliches Ausmaß erreichen kann. Je nach Schwere der Symptome werden vier Erkrankungsgrade unterschieden.

Zeichen für eine schwere Atemnot sind:

* sichtbare Einziehungen beim Atmen (z.B. die Haut zwischen den Rippen, in der Magen- und Schlüsselbeingegend)
* "Nasenflügeln" (Beben der Nasenflügel mit der Atmung)
* zunehmender Stridor (Pfeifen bei der Atmung)
* Blässe
* bläuliche Verfärbung um die Lippen
* beschleunigte Atmung

In den meisten Fällen klingen die Beschwerden von selbst rasch ab, unterstützt durch einfache Maßnahmen wie Raumbefeuchter oder häufigeres Lüften des Raums.

Wiederholen sich die Symptome in den folgenden Nächten, verlaufen diese in der Regel milder. Ein wirklich bösartiger, fortschreitender Verlauf ist sehr selten.

Der Pseudokrupp (Laryngitis subglottica) kann meist anhand der typischen Beschwerden und der Krankheitsschilderung diagnostiziert werden. Zum Ausschluss einer Epiglottitis, bei der hohes Fieber und Schluckschmerzen auftreten, wird vorsichtig der Rachen des Kinds untersucht. Ferner helfen bei der Diagnosefindung Blutwerte: So sind bestimmte Entzündungsparameter besonders bei einer bakteriell verursachten Rachenentzündung erhöht. Ein Röntgenbild vom Brustkorb ist prinzipiell nicht nötig, kann aber je nach Ausgangsbefund sinnvoll sein.

Die Therapie des Pseudokrupps (Laryngitis subglottica) richtet sich nach dem Schweregrad der Erkrankung. In jedem Fall sind allgemeine Maßnahmen wie Frischluftzufuhr, also kühle, feuchte Luft, Beruhigung des Kinds, Fiebersenkung und Flüssigkeitsgabe durchzuführen. Den Kinderarzt sollte man auf alle Fälle aufsuchen – auch um andere, ähnliche auftretende Erkrankungen auszuschließen.

Zusätzlich zu den Basismaßnahmen können bei zunehmender Atemnot Beruhigungsmittel, Sauerstoff und/oder Kortison-Zäpfchen gegeben werden. In schwersten Fällen mit hochgradiger Atemnot sind Adrenalininhalation und Beatmungsmaßnahmen wie Intubation und Mund-zu-Mund-Beatmung bis hin zum Luftröhrenschnitt (Tracheotomie) notwendig.

In den meisten Fällen heilt der Pseudokrupp (Laryngitis subglottica) von selbst aus und verläuft somit gutartig. Durch rechtzeitige Behandlung lassen sich schwere Symptome vermeiden. In seltenen Fällen kann der Pseudokrupp bei mangelnder oder verspäteter Therapie tödlich sein. Bei schwerer Atemnot muss deshalb der Notarzt gerufen werden. Wichtig ist vor allem, rechtzeitig zu erkennen, ob die ähnliche, aber wesentlich gefährlicher verlaufende Epiglottitis vorliegt.
Pseudokrupp: Vorbeugen

Spezielle vorbeugende Maßnahmen sind bei Pseudokrupp (Laryngitis subglottica) nicht bekannt.



---Alex---

* in der Ruhe liegt die Kraft *

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